„Ich lebe in der Sahara. Ich ernähre meine Familie, indem ich für Touristen Kameltouren durch die Dünen „meiner“ Wüste durchführe. Ich liebe meine Arbeit und ich liebe diese Menschen. Wir trinken Minztee, trommeln auf der Darbouka, erzählen am Lagerfeuer oder spüren einfach nur den sanften Wind in unseren Gesichtern. Meine gestressten Kunden entspannen sich jeden Tag ein bisschen mehr und fahren völlig verändert wieder nach Hause. Ich habe Jörg vor 20 Jahren kennengelernt. Ich durfte damals sein Mobiltelefon ausprobieren. Es war mein „erstes Mal“ und ich habe mit seiner Freundin in Deutschland gesprochen. Das war toll! Gegen einen Teppich tauschen wollte er sein Gerät aber nicht, das hatte ich ihm aus Spaß angeboten, haha. Heute gehören Handys und Facebook zu meinem normalen Alltag. Wir haben hier immer gutes Netz. Jörg war mit einem Fotografenteam unterwegs, um Bilder meiner Heimat zu schießen. Auf einem Foto war sogar mein Onkel Yardi zu sehen, allerdings nur seine Rückseite. Mit den Fotos haben sie in Deutschland Werbung für Reisen in mein schönes Land gemacht. Es war die Zeit nach dem 11. September 2001 und es haben sich nur wenige Menschen in ein „arabisches“ Land getraut. Ich weiß nicht, ob es ein Zufall war oder ob es tatsächlich an der Arbeit von Jörg und seinem Team lag, jedenfalls kamen nach ein paar Monaten immer mehr Leute aus Deutschland und wollten ihren Urlaub mit meinen Kamelen und mir verbringen. Leider ist seit Corona wieder alles schwieriger geworden, aber es wird auch – Inshallah – irgendwann wieder besser!

Tarik (42), Zagora, Marokko

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