„Eigentlich hatte ich zu der Zeit Wichtigeres zu tun: regieren, Krisen meistern, mich mit den führenden Köpfen dieser Welt treffen. Das gehörte für mich zum Tagesgeschäft. Doch, echt! Eines Tages in Berlin (da hing ich meistens rum) bei einer Veranstaltung, bei der es glaube ich um Stiftungen ging, drückte mir ein freundlicher Herr ein Buch in die Hand, bat mich, nett in die Kamera zu schauen (ich habe alles gegeben, aber ...) und – Klick (machen Kameras heutzutage überhaupt noch so ein Geräusch?) – war es wieder mal passiert. Ich hatte ja nix dagegen, fotografiert zu werden, das gehörte irgendwie auch zu meinem Job. Aber mit so einem Buch, dessen Inhalt ich gar nicht kannte ...?! Also habe ich mich dann schnell in eine stille Ecke zurückgezogen, noch ein paar Schnittchen vom Buffet dazu (mit das Beste an meinem Job!) und habe mir das Buch von vorne bis hinten durchgelesen. Na ja, was heißt gelesen, dafür war die Zeit dann doch zu knapp. Aber ich habe mir alle Bilder angesehen, Zeichnungen und Grafiken vor allem. Ich habe alles verstanden, manchmal sogar geschmunzelt (dann ist natürlich ausgerechnet kein Fotograf in der Nähe!). Und dann habe ich gedacht: Ist o.k. gewesen, mich mit dem Buch fotografieren zu lassen. Da war ich sehr erleichtert.“

 

 

Angela (65), Berlin:

Eine Idee landet

bei einflussreichen

Menschen

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